Ein Film, drei Medien: „187 – Eine tödliche Zahl“ bekommt ein hochverdientes Upgrade

REVIEW | Capelight Pictures spendiert Kevin Reynolds‘ Sozialstudie eine würdige HD-Premiere im hübschen Mediabook – inklusive DVD, Blu-ray und Ultra HD Blu-ray.

REVIEW

187: Nachsitzen nach 20 Jahren

Kevin Reynolds‘ 187 – Eine tödliche Zahl entstand gerade in der Zeit, in der man mit Samuel L. Jackson als Hauptdarsteller kaum etwas falsch machen konnte. Pulp FictionStirb Langsam 3Die Jury – ja, Jackson war ein Shooting-Star, der in Blockbustern ebenso gute Figur machte wie in Genrefilmen. Trotzdem ging das Sozialdrama im Fahrtwasser von Dangerous Minds irgendwie unter, sodass der Film bis zuletzt an mir vorbeiging. Eine Schande. Dank Capelight Pictures konnte ich Verpasstes aber nun endlich nachholen und mich davon überzeugen, dass 187 auch nach knapp 20 Jahren voll ins Schwarze trifft. (Nein, das war kein unangebrachter Joke.)

Das Schuldrama mit Thriller-Charakter ist (leider) nach wie vor brandaktuell und funktioniert gerade deswegen auch heute noch sehr gut. Dass das Ganze im Jahr 2016 aber selbst auf Großbildschirmen nett anzusehen ist, ist der deutschsprachigen HD-Premiere zu verdanken. Und die enthält den Film übrigens nicht nur auf DVD und Blu-ray, sondern auch als Ultra HD Blu-ray – die erste in meiner Sammlung, ganz nebenbei.

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VorBILDlich

Hinsichtlich der Bildqualität gibt es – nur bedingt objektiv betrachtet – nichts zu meckern. Denn natürlich sieht 187 nicht so brillant und makellos aus wie aktuelle Produktionen (das muss er auch nicht). Stattdessen sollte bedacht werden, dass die deutsche DVD des Films bereits über 15 Jahre auf dem Buckel hat und dementsprechend aussieht. Die HD-Auswertung bringt nicht nur eine vergleichsweise unglaubliche Schärfe mit sich, die vor allem bei Nahaufnahmen auffällt, sondern auch starke Farben sowie einen soliden Schwarzwert. Filmkorn ist produktionsbedingt nach wie vor wahrzunehmen, stört aber auch nicht im Geringsten. Ich persönlich bin sogar ein Fan davon, weil es in der Regel einerseits zum Film passt und andererseits oft ganz einfach stilistisch an die Zeit erinnert, in der der Film entstanden ist.

Die Bildqualität kann sich übrigens auf allen drei Medien – DVD, Blu-ray und Ultra HD Blu-ray – sehen lassen und bestätigt eine grundsolide, zeitgemäße Auswertung eines Films, der nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Zu erwähnen ist, dass ich die 4K-Version auf einem anderen Equipment getestet hab‘ als gewöhnlich und das den Eindruck der Scheibe im direkten Vergleich zur Blu-ray geringfügig verfälscht. Ich glaube dennoch noch ein wenig mehr Schärfe sowie etwas stärkeres Filmkorn wahrgenommen zu haben – gravierende Unterschiede, die 4K zum Muss machen, konnte ich allerdings nicht feststellen. – 8/10

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Der richtige Ton

Dramen wie 187 stehen in der Regel nicht für audiovisuelle Glanzleistungen, sondern lassen es ruhig angehen – im Ton sollte man sich dennoch nicht vergreifen. Auch hier hat man sehr gute Arbeit geleistet und ausbalancierte, glasklare, natürliche Tonspuren auf Englisch und Deutsch aus dem Ärmel geschüttelt. Beide Sprachen liegen in DTS-HD 5.1 Master Audio vor und geben kaum Anlass zur Kritik. Die Dialoge bleiben stets klar verständlich, richtig krachen lässt es die Scheibe allerdings nicht – aber, wie auch? Wenn der Soundtrack einsetzt und nicht nur sämtliche Surround-Lautsprecher anpeilt, sondern auch mal der Subwoofer etwas zu tun bekommt, kommt das Heimkino dennoch kurzzeitig auf Touren. Alles in allem ist ist 187 kein akustisches Erlebnis, das in Erinnerung bleibt, gleichzeitig aber auch frei von Makeln, die Normalsterblichen auffallen könnten. – 7/10

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Für die Nachsitzer

Wer mit dem Film selbst noch nicht genug hat, darf sich über ein zehnminütiges Making-of freuen. Genauer gesagt handelt es sich dabei allerdings eher um eine Reihe von Interviews mit Cast & Crew, in denen auf die Hintergründe des Films eingegangen wird – sehenswert ist das Ganze trotzdem.

Darüber hinaus ist der beiliegende Audiokommentar (von Samuel L. Jackson, Clifton Gonzalez, Kevin Reynolds & Scott Yagemann) überaus aufschlussreich – eine Empfehlung geht an dieser Stelle an alle, die sich für die Produktion der Filme, die sie gerade gesehen haben, interessieren. Außerdem liegen lediglich Trailer sowie Filmtipps vor.

Während die digitalen Special Features also eher überschaubar bleiben, darf natürlich nicht das 24-seitige Booklet vergessen werden. Hier können nicht nur wissenswerte Informationen zum Film, sondern auch zur HD-Restaurierung von TLE-Films nachgelesen werden. – 6/10

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Das Zeugnis

Für einen ausgezeichneten Erfolg reicht es wohl nicht ganz. Aufgrund seines Alters und seiner Machart gibt das einerseits der Film nicht her, andererseits aber auch nicht das Drumherum. Wer Capelight Pictures kennt, weiß, dass man sich stets bemüht, gerade die limitierten Mediabooks großzügig mit Bonusmaterial zu füllen. Wenn’s also, wie im Fall von 187, mal etwas weniger ist, dann vermutlich nur, weil ganz einfach nicht mehr Material produziert wurde. Es gab eben eine Zeit vor der DVD, als man dem Dreh von Bonus Features keine allzu großes Beachtung schenkte – warum auch?

Nichtsdestotrotz bin ich mit der deutschen HD-Erstauflage von 187 – Eine tödliche Zahl höchstzufrieden, vor allem auch, weil das Mediabook meine erste UHD Blu-ray im Gepäck hat und wie immer dem Design angepasst und erstklassig verarbeitet wurde.

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