Unverhoffter Blickfang: „Das Jerico Projekt“ im Blu-ray Steelbook

UNBOXING | Sammler beschweren sich ja gerne über lieblose Steelbooks, die den heimischen Markt überfluten. Das Jerico Projekt hat mit der Massenabfertigung, wie man sie von kostengünstigen Steelbook Waves, aber auch von aktuellen Blockbustern kennt, nichts gemein. Stattdessen haut Splendid Film ein wahres Juwel raus, das zu den schönsten deutschen Editionen des Jahres zählen dürfte…

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David gegen Goliath

Das richtig große Geld der Filmindustrie steckt in den sündhaft teuren Blockbustern, deren Materialschlachten zwar horrende Budgets verschlingen, den Studios dafür aber auch astronomische Einnahmen bescheren. Da investiert man doch gerne mal etwas mehr Mühe, Fleiß und Geld, um seinen Gewinn möglichst in die Höhe zu treiben.

Es ist demnach wenig verwunderlich, dass gerade jene massentauglichen Filme mittlerweile fast schon standardmäßig im Steelbook erscheinen – denn mit der edlen Sonderverpackung lockt man immerhin nach wie vor reichlich Sammler hinterm Ofen hervor, die dafür auch gerne mal ein paar Euro mehr ausgeben. Bei all dem Aufwand, der für derartige Großproduktionen betrieben wird, sind es aber oftmals die kleinen Filme, die ihnen letzten Endes die Show stehlen. Geht es um eine liebevolle Heimkino-Auswertung, ist Das Jerico Projekt zweifelsohne ein solcher David, der es mit den Mainstream-Goliaths ganz locker aufnehmen kann. Mal ganz abgesehen von den Qualitäten des Films selbst, der im Vergleich zu Marvels Superhelden, Michael Bays Robo-Schlachten oder Ian Flemings 007 eher als Underdog in Erscheinung tritt – sofern sich ein Film mit Ryan Reynolds, Kevin Costner, Gary Oldman und Gal Gadot überhaupt so bezeichnen lässt.

Zugegeben, ich hab‘ den Film noch gar nicht gesehen und hätte ihn sogar beinahe verschlafen. Lange war mir nämlich gar nicht bewusst, dass es sich bei Das Jerico Projekt um jenen Film dreht, der mir bis dato nur unter dem Originaltitel Criminal bekannt war. Nachdem der Film im Kino sang- und klanglos unterging, schlug der Thriller auch mit der Veröffentlichung im Heimkino keine allzu große Wellen – zu meiner Überraschung. Denn Splendid Film scheute keine Kosten und Mühen und spendierte dem Streifen nicht nur ein Mediabook im zeitgemäßen Design (genau mein Fall!), sondern auch ein Steelbook, das für mich zu den schönsten heimischen Veröffentlichungen des Jahres zählt – und damit mal ganz locker nahezu jedes aktuelle „Blockbuster-Steel“ in die Tasche steckt.

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Artsy Shit

Ja, wenn hierzulande schon mal ein Steelbook mit einem gezeichneten Covermotiv versehen wird, hat man mich quasi schon am Haken. Nicht selten wird die sogenannte „Sonderverpackung“ mit austauschbaren Titelbildern verziert, wie man sie von langweiligen Standard Editionen kennt. Eines gleicht dem anderen. Individualität? Fehlanzeige. Während mir das bei Amarays aber herzlich egal ist, sollen Steelbooks doch in erster Linie gut aussehen – und dafür reicht es nun mal nicht, lediglich das Material upzugraden und die Covergestaltung schleifen zu lassen. Die Farbgebung, Lackierung sowie mögliche Veredelungen spielen eine entscheidende Rolle für die Gesamterscheinung jenes Sammlerstücks, das sich ja auch in der Vitrine gut machen soll. Für Sammler (wie mich) kommen Steelbooks also durchaus Kunstwerken gleich, die man sich gerne ansieht oder gar hübsch präsentiert – neben ausgefallenen Gimmicks oder einfach nur mit einem dezenten Aufsteller. Anhand der offiziellen Produktbilder von Das Jerico Projekt war schon vorab zu sehen, dass das Steelbook in eben jene Artsy-Kerbe schlägt. Hält man das gute Stück aber einmal in seinen Händen, wird erst ersichtlich, dass sich Splendid mit diesem Schmuckstück geradezu selbst übertrifft.

Selbst noch in Folie verpackt und „verschandelt“ vom informativen Backpaper, das sich sowohl oben als auch unten bis aufs Frontcover erstreckt, wird bereits angedeutet, dass sich unter dem Drumherum aus Plastik und Papier ein wahres Prachtstück verbirgt. Legt man den unnötigen Ballast endlich ab, folgt auch schon die Bestätigung jener Annahme…

Ein Kunstwerk – mit Rahmen und allem Drum und Dran

Ja, derartige Postermotive gehen für mich als Cineast fast schon als Kunstwerk durch. Und Kunstwerke – ob ein Gemälde oder ein Steelbook – gehört auch gerahmt, oder etwa nicht?

Splendid Film hat dem Steelbook jedenfalls eine Rahmenprägung verpasst, wie ich sie lange Zeit gar nicht so mochte. Für mich waren Prägungen nämlich immer Mittel zum Zweck, um Besonderheiten (wie etwa den Filmtitel) hervorzuheben. Aber was soll man schon hervorheben, am Rand, wo doch nix ist?

Bei Das Jerico Projekt passt’s allerdings ganz hervorragend, eben weil praktisch das komplette Motiv geprägt ist und gewissermaßen vom Rahmen abgeschlossen wird. Demnach ist es auch absolut logisch, dass die Rahmenprägung nicht ganz rundherum verläuft und das Steelbook im unteren Teil in seiner (flachen) Urform bleibt.

Während die Prägung dem Steelbook mehr als nur den letzten Feinschliff verpasst, sondern das hübsche Covermotiv einfach grandios in Szene setzt, bleibt die Rückseite aalglatt. Halb so schlimm, da das Backcover ohnehin Nebensache ist und Stanzungen bzw. Hervorhebungen dort sowieso unüblich sind. Optisch führt die Rückseite das Design des Steelbooks jedenfalls wunderbar fort – was will man mehr? Hm. Vielleicht noch einen Innendruck?

Ganz großes (Steelbook-)Kino

Es ist wirklich bedauernswert zu sehen, dass derart liebevolle Veröffentlichungen nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zustünde. Ich selbst hab‘ Das Jerico Projekt zwar noch gar nicht gesehen, bin nach allem, was ich über den Film bis dato gehört habe, allerdings guter Dinge, dass mir der Streifen gefallen wird – ansonsten hätte ich ihn mir auch gar nicht erst geholt. Ganz abgesehen davon ist die Steelbook Edition eine wahre Augenweide, ein Prachtstück, dass zweifelsohne zu den schönsten deutschen Steelbooks des Jahres zählt. Hier stimmt einfach alles! Zumindest meinen Geschmack trifft Splendid Film damit voll und ganz. 1 mit Sternchen. Und wenn der Film seiner Heimkino-Auswertung jetzt auch noch gerecht wird, bekommt Das Jerico Projekt einen ganz besonderen Platz im Regal. Den hat sich diese Veröffentlichung dann nämlich ohne Wenn und Aber verdient.

Das Jerico Projekt gibt’s übrigens nicht nur im Blu-ray Steelbook, sondern auch im Mediabook (DVD+Blu-ray) – neben den handelsüblichen Editionen auf DVD und Blu-ray, versteht sich.

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