Amsterdam: Ein Trip, der sich lohnt – auch für Filmfreunde.

ON THE ROAD | Amsterdam ist bekannt für Kultur und Geschichte, Sex und Drogen. Hier und da verbirgt sich aber auch ein Stück Kinogeschichte…

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Stadt der Brücken, Stadt der Sünden

Was für eine Stadt! Ja, gut, unterhält man sich mit irgendjemandem, der schon mal in Amsterdam war, geht’s in erster Linie ohnehin nur um zwei Sachen – das erlaubte Konsumieren diverser Rauschmittel und das berühmt-berüchtigte Rotlichtviertel. Um aber wirklich nachvollziehen zu können, was (und wer) dort tatsächlich so abgeht, muss man ganz einfach selbst hin und die Atmosphäre (und was es sonst noch so gibt) inhalieren.

Ganz ehrlich? Ich liebe Las Vegas und bin nach wie vor der Meinung, dass man die allseits bekannte „Sin City“ zumindest einmal im Leben besucht haben sollte. Ihren Titel als Stadt der Sünden verliert sie, zumindest meiner Meinung nach, aber ganz klar an die niederländische Hauptstadt. Denn während in Las Vegas, wie so manches in den USA, vor allem modellhaft, künstlich und unwirklich wirkt, ist Amsterdam eine Stadt zum Erleben, zum Anfassen.

Mit all ihren kulturellen Hotspots – vom Anne Frank Haus bis zum Van Gogh Museum – hat die Stadt jede Menge zu bieten, wenn man sich etwa für Kunst und Geschichte interessiert. Da sich mein Interesse für Kunst (mal abgesehen von der Filmkunst) allerdings im Rahmen hält und sich, ganz im Gegensatz zu mir, schon in aller Früh hunderte Leute am Anne Frank Haus einfanden oder sich – sehr g’scheit! – sogar schon vorab online vorab Tickets gesichert haben, blieb mir nur ein Blick von Außen auf die kleinste große Sehenswürdigkeit der Stadt – ansonsten würde ich wohl heut‘ noch anstehen…

Ich hab‘ mich dann doch eher mit der Stadt selbst, den Menschen und Straßen beschäftigt und mich der verruchten Seite Amsterdams zugewandt. Ja, der Kontrast ist schon unglaublich. Auf der einen Seite sind da die unzähligen Radfahrer, fast genauso viele Brücken – die Stadt wird wirklich net umsonst „Venedig des Nordens“ genannt – und die niedlichen Häuserzeilen, auf der anderen Seite erwarten einen vernebelte Coffee Shops und ein Erotikprogramm, das kaum wo auf der Welt mehr Abwechslung bietet. Eine bizarre Mischung, die, wenn man das so liest, eigentlich gar nicht funktionieren kann. Vor Ort erliegt man letzten Endes aber dennoch ganz und gar dem unverwechselbaren Charme der Stadt, die eigentlich nur einen Nachteil hat: Sie ist schweineteuer, zumindest für Urlauber.

Cineasten-Treffpunkt…

Fernab der klassischen Touristen-Hotspots bietet Amsterdam auch für Filminteressierte das eine oder andere Highlight. Unbedingt gesehen haben sollte man beispielsweise das Eye Film Instituut Nederland. Hier werden neben aktuellen Produktionen auch regelmäßig Klassiker gezeigt (demnächst u.a. Jäger des verlorenen Schatzes), außerdem gibt’s für 10€ auch eine umfangreiche Ausstellung zu begutachten. Den Shop vor Ort kann man hingegen einfach so besuchen – ob das aber letzten Endes auch billiger ist als ein Besuch in Kino oder Museum, darf bezweifelt werden. 😉

Hier gibt’s jede Menge Merchandise, das man so nicht alle Tage sieht. Von Taschentücher-Boxen im Shining-Look über Darth Vader-Kinderbücher bis hin zum klassischen Charlie Chaplin-Hut. Poster, Postkarten, Leuchtschilder, T-Shirts sowie DVDs, Blu-rays und Soundtracks auf Vinyl gibt’s ebenfalls.

Das Filmmuseum sieht man auch vom Zentrum der Stadt aus, besser gesagt vom Amsterdamer Bahnhof (Amsterdam Centraal). Dort legt übrigens auch die Fähre ab, die mehr oder weniger direkt zum EYE fährt – und zwar nicht nur alle fünf Minuten, sondern auch noch kostenlos.

Da, wo auch schon Clooney, Damon und Pitt saßen.

Amsterdam hielt außerdem auch schon als Drehort für die eine oder andere Hollywood-Produktion her. Grund dafür sind wohl vor allem die malerischen Straßen, die jedem Film unweigerlich einen ganz besonderen Charakter verleihen. Selbst George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon hat es bereits in die holländische Großstadt verschlagen – allerdings nicht in die Straßen, sondern in einen Coffee Shop.

Coffee Shops prägen das Stadtbild Amsterdams mit, immerhin verkörpern sie quasi den legalen Konsum von Rauschmitteln – und der ist es ja, der Amsterdam unter anderem so außergewöhnlich macht. In genau so einem Shop, genauer gesagt im „De Dampkring“, drehte Steven Soderbergh 2004 mit Clooney, Damon und Pitt auch eine der lustigsten Szenen aus Ocean’s Twelve (hier ansehen).

Seitdem ist der Coffee Shop nicht nur ein beliebter Ort, um mal einen durchzuziehen, sondern auch ein Pilgerort für Cineasten, der seit Ocean’s Twelve sogar Teil offizieller Touristenführungen ist. Neben Kaffee, Bier und dem klassischen „Kaffeehaus“-Angebot bietet De Dampkring auch zahlreiche Variationen von Hanf sowie Hasch an – wahlweise „to go“ oder rauchfertig gerollt.

The bench in our stars… 

Ja, was soll ich sagen. Das Schicksal ist ein mieser Verräter hat’s mir ja nicht so wirklich angetan. Nach all den herausragenden Kritiken, die die Romanverfilmung bekommen hat, war ich dann doch ein wenig enttäuscht, als ich den Film letztendlich gesehen hab‘. Gut, er hat seine Momente, ist alles in allem aber keiner jener Filme, die mir allzu nahe gehen – und ich mag’s durchaus, wenn’s mal etwas herzzerreißend wird.

Trotzdem, wenn man als Freund des Kinos schon mal vor Ort ist, schaut man trotzdem mal einen Sprung vorbei, am Drehort einer der traurigsten Szenen eben jenes Films. Die (mittlerweile) berühmte Bank an der Leidsegracht befindet sich unweit der Haupteinkaufsstraße und ist nicht nur leicht zu finden, sondern darüber hinaus auch gut erreichbar.

Ist man nicht ganz sicher, welche Bank denn nun die richtige ist, machen’s einem eine Schar von Touristen einfach. Denn die stehen sogar Schlange, um ein Foto von bzw. mit der Bank zu machen. Und wenn die gerade unbesetzt ist, erkennt man sie immer noch leicht an den Schlössern verliebter Pärchen, die sich darauf verewigt haben. Jop, es ist vor Ort genau so kitschig wie im Film.

Übrigens, wenn ich von „Touristen“ spreche, sind in diesem Zusammenhang (natürlich) vorwiegend junge Mädchen gemeint, die die Schnulzenbank hysterisch umkreisen, aufgeregt fotografieren oder sie einfach nur verträumt ansehen. Als einziger Mann weit und breit war das Gefühl schon ein wenig merkwürdig, mit pubertierenden Mädchen um einen Platz an der Bank zu fighten – als wär’s ein Konzert von Justin Bieber, aber das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, letzten Endes ein Foto von mir und meiner Angebeteten zu machen. Na gut, so schlimm war’s nun auch wieder nicht. Aber, wie gesagt, wenn ich schon mal da bin, schließ‘ ich mich den Teenies natürlich an und schieß‘ auch gleich ein, zwei Bilder. 😉

007 in Amsterdam

Ja, auch James Bond hat es bereits nach Amsterdam verschlagen – und das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Niederlande ja nur einen Katzensprung vom Vereinigten Königreich entfernt sind. Es war Sean Connery, der 1971 an der Tür von Tiffany Case klingelte (Szene anschauen) – eine Tür, die heute fast noch genauso aussieht wie einst. Drumherum wurde in der Zwischenzeit zwar fleißig renoviert, das Haus aus dem Film steht aber nach wie vor und ist für Bond-Fans, die ein paar Tage in Amsterdam verbringen, definitiv einen Besuch wert. Adresse: Reguliersgracht 36

Das ist aber noch nicht alles! Außerdem in Diamentenfieber zu sehen ist die Magere Brug (Skinny Bridge), der ich aus Zeitmangel allerdings keinen Besuch abstatten konnte. Aber, keine Sorge – auch sie steht natürlich noch.

Die Eiskönigin, Haschpfeifen & mehr

Das eine oder andere erwähnenswerte Extrazuckerl bzw. „What the Fuck“-Fundstück hab‘ ich dann aber doch noch. Da wären beispielsweise die allseits beliebten Läden, die jegliches Rauchwerkzeug vertreiben. Das Besondere daran: Gras, Pfeifen und Zubehör sind längst nicht alles, was es dort zu kaufen gibt. Neben T-Shirts, Kappen und Souvenirs finden sich zwischen den unterschiedlichsten Haschpfeifen nämlich auch immer wieder die schrägsten Dinge, beispielsweise bizarren Erotik-Gerätschaften. Besonders angetan haben’s mir Sammelfiguren von Walt Disney. Warum gerade Elsa, Merida und Co immer wieder zwischen Hanf und Hasch auftauchen, ist mir bis heute ein Rätsel. Vielleicht besuchen Einheimische jene Shops ja mit ihren Kindern, die dann was zum Spielen bekommen, während die Eltern ihren „Drogenhaushalt“ auffüllen? Oder haben die Ladenbetreiber vielleicht erkannt, dass man sich eingeraucht schnell mal in eine Disney-Prinzessin verliebt, was natürlich das Geschäft ankurbeln könnte? Fragen über Fragen, die wohl für immer ein Rätsel bleiben werden…

In der Innenstadt befinden sich übrigens auch zahlreiche Lichtspielhäuser. Neben einem kleinen Programmkino, das derzeit Toy Story oder auch Alice im Wunderland von 1951 zeigt, ist mir vor allem das Pathe Tuschinski in Erinnerung geblieben – ein zentral gelegenes Traditionskino, das auch einen Besuch wert ist, wenn man gerade keinen Film sehen möchte.

Ich war außerdem kurz davor, mir Frühstücksflocken zu kaufen. Ja, andere kaufen sich Souvenirs in Form von kleinen Windrädern oder Holzpantoffeln, ich kauf‘ mir mein Frühstück – also, fast. Aber, ich mein‘, Frühstücksflocken mit Superman-Logo sind doch einfach der Hammer. Selbst die Schachtel war hochwertig veredelt (die hätt‘ ich mir wohl später in die Vitrine gestellt). Na gut, im Endeffekt ist’s wohl besser, dass ich nur mit Handgepäck geflogen bin und deswegen ohnehin keinen Platz dafür gehabt hätte…

Mitbringsl eines Nerds

Das eine oder andere Andenken an den Urlaub darf natürlich trotzdem nicht fehlen. Und da ich’s mir vor Jahren angewöhnt hab‘, auf Reisen stets (mindestens) einen Film zu kaufen, ist meine Sammlung jetzt natürlich auch um ein paar Editionen aus dem schönen Holland reicher – wie gut, dass Media Markt mitten im Zentrum (zu Fuß nur wenige hundert Meter von der Centraal Station) seine Zelte aufgeschlagen hat!

Die Auswahl an Sachen, die es so bei uns nicht gibt, war schon nicht schlecht. Vor allem einige Metalpaks und Steelbooks zwischen 5€ und 7€ haben mich ins Grübeln gebracht. So richtig wollten mir die allerdings nicht gefallen, sodass es letzten Endes bei nur drei Filmen blieb. Das Schicksal ist ein mieser Verräter passte einfach wie die Faust aufs Auge, da ich ja erst kurz zuvor den Drehort besucht hab‘. Außerdem hab‘ ich mir auch gleich die neuen Pop Art Steelbooks von Ghostbusters und Ghostbusters II mitgenommen (hier geht’s zum Unboxing). Einerseits kann man bei einem Stückpreis von 10€ da ja wirklich nix falsch machen, andererseits hätte ich die zuhause wohl ohnehin gekauft, um meine Pop Art-Sammlung zu erweitern. Und das hätte mich in Österreich/Deutschland wohl ein paar Euro mehr gekostet…

Ab in die Koje…

Wer sich übrigens fragt, wie man in Amsterdam am besten nächtigt, käme mir wohl nur ein Hausboot in den Sinn. Das ist nicht nur mal was anderes (es sei denn, ihr lebt auf einem Hausboot), sondern außerdem auch verhältnismäßig günstig. Zudem hatten wir das Glück, einen unendlich freundlichen, bemühten Host zu erwischen – auch wenn sich die Frage stellt, wie viel Glück hier tatsächlich dabei war. Denn, verdammt, die Niederländer sind wirklich ein unendlich liebenswertes Völkchen!

Meine charmante Begleitung und ich fühlten uns in David’s Boat jedenfalls pudelwohl – von liebenswerten Cafés und Restaurants umgeben, zentrumsnah und dennoch ruhig gelegen.

Amsterdam, wir seh’n uns wieder!

Ich lieb‘ es zu reisen und hab‘ schon so manche Städte dieser Welt gesehen. Normalerweise bin ich allerdings der Checklisten-Typ, dem es in der Regel genügt, den einen oder anderen schönen Fleck auf dem Erdball „mal gesehen“ zu haben. Was Amsterdam angeht, kann ich allerdings schon jetzt sagen, dass mich die Stadt in nicht allzu ferner Zukunft wieder sehen wird. Ich hab‘ mich regelrecht verliebt in diese kleine Großstadt, ihren Flair, die Offenheit und nicht zuletzt auch in die netten Menschen.

Außerdem gibt’s nach wie vor einiges zu sehen in meiner ganz persönlichen Sin City. Da wäre zum Beispiel das Anne Frank Haus, das man wohl ganz einfach mal besucht haben muss, aber auch einige andere Drehorte, beispielsweise von Mindhunters. Der meiner Meinung nach unterschätzte Thriller wurde nämlich in den Niederlanden gedreht, wobei mich vor allem die Radiostation von Radio Kootwijk interessieren würde – und die liegt nun mal außerhalb Amsterdams und würde demnach mehr Zeit in Anspruch nehmen, als mir bei meinem ersten Kurzbesuch lieb war.

So oder so, Amsterdam ist aus unendlich vielen Gründen (mehr als) einen „Trip“ wert!

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